LEXIKON DER KAMPFKÜNSTE

A

Aikido


Diese japanisch Budoart wurde vor ca. 50 Jahren von O-Sensei Morihei Uyeschiba begründet. Ai bedeutet Harmonie, Freundschaft, Ki = Lebenskraft, Energie, Geist und Do ist der Weg. Aikido lehrt, aggressibe Kräfte zu kontrollieren und umzulenken. Durch geschicktes Ausweichen und geschmeidige, fließende Bewegungen passt man sich einem Angriff an und lässt die Kraft des Gegners leerlaufen, so dass der Gegner sein Gleichgewicht verliert und unter Kontrolle gerät. Diese Budoart ist geprägt von Elementen des Jiu-Jitsu, Judo und des Schwertkampfes und gilt als sanfte Selbstverteidigung.

B

Balintawak


BALINTAWAK, einer der gefürchtetsten Stile der philippinischen Kampfkünste. Es zählt zu den auf den Philippinen weitverbreiteten Künsten des philippinischen Waffenkampfes, die unter den Oberbegriffen Arnis, Eskrima und Kali besser bekannt sein dürften. Zu Übungszwecken werden Stöcke aus Rattan und Holzwaffen benutzt. BALINTAWAK ist Selbstverteidigung mit und ohne Waffen.

Der Gründer des BALINTAWAK Stiles, Großmeister Venancio "Anciong" BACON wurde am 15.Oktober 1912 in Cebu-City, auf der Insel Cebu, Philippinen geboren. Sein Training und Ausbildung in den philippinischen Kampfkünsten erhielt er von einem der größten damals lebenden Meister, von Lorenzo "Tatay Ensong" SAAVEDRA. Venancio BACON war schon zu Lebzeiten wie kein anderer Arnis/Escrima Meister vor ihm eine Legende. Mit mehr als 100 historisch nachweisbaren und beobachteten Herausforderungskämpfen war BACON einer der gefürchtetsten aber auch geachtetsten Meister seiner Zeit. Oft kam es vor, dass der ca. 155 cm große Gründer des BALINTAWAK, junge starke und enthusiastische Kämpfer aller Stile (...auch Karatekas, JiuJitsu-Kämpfer, Eskrimadores und Boxer) in öffentlichen Herausforderungskämpfen mit Leichtigkeit besiegte. Bereits im fortgeschrittenen Alter und vom Krebs gezeichnet tötete BACON Ende der Siebziger Jahre noch einen Angreifer in Notwehr, der ihm nachts mit einem Messer auflauerte.

Boxen

Der Faustkampf ist Jahrtausende alt. Schon in den Ruinen eines 7000 Jahre alten sumerischen Tempels fand man Darstellungen boxender Männer. Seit der 23. antiken griechischen Olympiade gehörte Boxen zum Wettkampfprogramm. Im Europa des Mittelalters war Boxen ein Teil des Freiringens und wurde in den Fechtschulen gelehrt. Das moderne Boxen entwickelte sich im 17. Jahrhundert in England. Es wurden Wettkampfregeln aufgestellt und die Boxhandschuhe erfunden. Der Boxkampf wird im Vollkontakt geführt. Die Amateure tragen einen Kopfschutz, auf den beim Profiboxen verzichtet wird. Die wichtigsten Boxtechniken sind neben dem Vermeiden von Treffern, der gerade Stoß mit der Führ- und Schlaghand, der Seitwärtshaken und der Upper-Cut. Um Boxer ungefähr gleicher Schlagkraft gegeneinander antreten zu lassen, gibt es im Boxen verschiedene Gewichtsklassen.

C

Capoeira

Capoeira ist eine Mischung aus Kampf, Sport, Akrobatik, Tanz, Spiel und Spass, die vor ca. 400 Jahren auf den Zuckerrohrplantagen Brasiliens von schwarzen Sklaven als Ausdruck des Widerstandes und zur Verteidigung entwickelt wurde. Die Hauptelemente sind Kampftechniken, Musik und rhythmische Bewegung. Da den Sklaven nach der Arbeit auf den Feldern oft die Hände zusammengekettet wurden, trainierten sie zu Verteidigungszwecken hauptsächlich die Beine. Daher ist im Capoeira auch heute noch die Beintechnik im Vordergrund.

D

E

Eskrima

Eskrima ist der philippinische Stockkampf. Andere Begriffe sind Arnis oder Kali. Man erlenrt erst den Umgang mit einem und zwei Stöcken und später waffenlose Verteidigungstechniken. Der Stock, das Messer, das Schwert oder andere Gegenstände, die im Laufe des Trainings Anwendung finden, gleten als Verlängerung des Arms, so dass die Stocktechnik direkt auf die Verteidigungstechniken mit bloßen Händen übertragen werden kann. Während der spanischen Besetzung der Philippinen war das Tragen einer Machete ebenso verboten wie der Stockkampf. Daher wurde Escrima als Geheimkunst im Verborgenen geübt und als Tanz vorgeführt, der sogar den Spaniern gefiehl. Bei den heutigen Vollkontaktmeisterschaften tragen die Kämpfer eine Schutzausrüstung, die aus Kopfschutz und Handschutz besteht.

F

Fechten

Fechten ist ein Zweikampf mit Hieb- und Stichwaffen. Das Sportfechten kennt als Waffen das Florett (auch für Damen), den Degen und den Säbel. Auf die Einladung folgt der Angriff des Gegners, der mir der Waffe oder durch Ausweichen des Körpers pariert wird. Als Treffer gilt beim Florett ein Stoß auf den Oberkörper, beim Degen ein Stoß auf den ganzen Körper und beim Säbel ein Stoß oder Hieb auf den Oberkörper, den Kopf und die Arme. Die Ursprünge des modernen europäischen Fechtens reichen schon einige Jahrhunderte zurück. Im Laufe der Zeit wurden Waffe und Bekleidung leichter.

G

H

Hapkido

Die Selbstverteidigungskunst Hapkido entstand in Korea vor über 1000 Jahren aus der Hwarang-Bewegung. Die Hwarang waren Ritter, die sich neben den Kampfkunsttechniken auch der Bildung widmeten. Hap bedeutet Harmonie, Ki meint Kraft und Do ist der Weg. Hapkido-Bewegungen sind rund, harmonisch und natürlich. Es werden Wurf-, Hebel-, Faust- und Fußtechiken für Angriff und Verteidigung gelehrt, ebenso werden viele Tritte und Sprünge angewendet, aber auch Fauststöße, Griffe, Würfe und weitere Selbstverteidigungstechniken. Neben dem Selbstverteidigungstraining werden auch meditative Übungen gelehrt. Es gibt auch Bruchtests und Waffentechniken.

Ho-Sin-Do Karate

Viele Selbstverteidigungsarten, die ohne Waffen ausgeübt werden, stammen aus Asien. Jedes Land entwickelte über Jahrtausende hinweg seinen eigenen Stil der Verteidigung. Korea verdanken wir das HoSinSul, genannt HoSinDo. Der koreanische Großmeister, Herr S. U. Choi, entwickelte und erweiterte das HoSinDo für den HoSinDo-Verband und die S.V.S.U. (Selbstverteidigungs-Sportunion) in der Bundesrepublik Deutschland, um diese Kriegskunst rein sportlich betreiben zu können. Heute ist das HoSinDo eine Mischung aus Kickboxen, Taekwondo und Hapkido. Es werden Techniken und Formen (Hyongs) gegen imaginäre Gegner trainiert, ebenso wie Freikampf, Hebel, Wurftechniken und Bruchtest. Das Können an Technik, Fitness und die Aneignung guter charakterlicher Eigenschaften gilt als Voraussetzung. Der Sieg über sich selbst ist primär.

Ho......Die geistigen Werte und das Wissen. Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Einstellung zur Sportart, Notwehr, Verteidigung, Angriff, Disziplin.

Sin.....Die Beherrschung der Techniken dieser Sportart sowie Gesundheit, verbunden mit Körperbeherrschung, schnelle Reaktion und Aktion.

Do
......Methode und System sowie der Weg zur Findung des Zusammenwirkens von Geist und Körper (Ho und Sin).

I

Iaido

Iaido ist eine Sonderform des japanischen Schwertfechtens und hat die Fertigkeit des schnellen Ziehens des Schwertes für den ersten entscheidenden Treffer zum Inhalt. Es wird ein Kampf simuliert, bei dem Hiebe oder Stiche gegen imaginäre Gegner ausgeführt werden. Iaido blickt auf eine etwa 400jährige Tradition zurück und wird in verschiedenen Stilrichtungen gelehrt. Schnelles Ziehen, Treffen und das Zurückführen des Schwertes, werden als Form (Kata) ausgeführt. Die verschiedenen Schulen haben sich auf ein allgemeingültiges Programm von 10 Kata geeinigt.

J

Jeet Kun Do

Das Jeet Kune Do (JKD) wurde von Bruce Lee aus dem Wing Chun und diversen anderen Stilen entwickelt und wird heute von seinem langjährigen Schüler und Freund Sifu Dan Inosanto weitergegeben.
In den Jeet-Kune-Do-Concepts ist es ein vorherrschendes Ziel, den Kampfsportlern ein möglichst breites Spektrum an Fähigkeiten zu vermitteln, aus denen sich jeder die für ihn effektivsten Möglichkeiten herausnehmen kann. Daher werden für die verschiedenen Kampfdistanzen Techniken und Trainingsprinzipien aus unterschiedlichen Systemen trainiert. Die Besonderheit des JKD ist, dass es keinen stilistischen Beschränkungen unterliegt. Im JKD werden Techniken aus verschiedenen Kampfkünsten zu einer Einheit verschmolzen. Dadurch entwickelt der Ausführende die Fähigkeiten sich in allen Distanzen zurechtzufinden.



Jiu-Jitsu

Jiu Jitsu ist eine der ältesten Kampfkünste Japans. Das traditionsreiche japanische Selbstverteidigungssystem Jiu-Jitsu entstand aus den Verteidigungspraktiken, die die üblichen Kampftechniken der Samurai engänzten. Hatte der Samurai-Krieger seine Waffe nicht bei sich, bediente er sich schon in der Zeit des alten Japans waffenloser Techniken. Es zählt zu den nachgebenen Stilen und kann bis in die Zeit um ca. 1600 zurückverfolgt werden. Jiu (auch ju) bedeutet nachgeben oder ausweichen, Jitsu Kunst oder Kunstgriff. Ziel ist es einen bewaffneten, unbewaffneten oder auch mehrere Angreifer abzuwehren und unter die eigene Kontrolle zu bringen und ihm dabei nur soviel Schaden zuzufügen, wie unbedingt zu seiner Abwehr erforderlich ist. Bei der Abwehr eines Angriffs werden besonderer Wert auf die Hebelgesetze und anatomischen Kenntnisse der Schwachstellen des menschlichen Körpers gelegt. Es gibt Griffe, Würfe, Hebel und Transportgriffe. Außerdem werden Atemi- Schlagtechniken gegen vitale Punkte gelehrt. Die Kampfsportart Judo hat sich aus dem klassischen japanischen Jiu-Jitsu entwickelt, ebenso wie die Kampfkunst Aikido und unzählige andere Stile, die jeweils einen ganz bestimmten Aspekt des Jiu Jitsu betonen. Beim Jiu-Jitsu gibt es keinen Wettkampf, aber man kann die Kampfkunst bis ins hohe Alter trainieren. Um die Jahrhunderte wurde es ständig weiterentwickelt und ist heute immer noch ein fester Bestandteil von Sicherheitsdiensten weltweit.

Judo

Professor Jigoro Kani entwickelte Judo (sanfter, geschmeidiger Weg) aus japanischen Kampf- und Verteidigungstechniken des Jiu-Jitsu der Feudalzeit. Dieser Sport verbreitete sich erst in Japan, wurde dort Lehrfach an den Schulen und entwickelte sich dann zu eiener Sportart seit 1964 Olympische Disziplin ist. In Deutschland gründete Alfred Rhode 1920 in Frankfurt den ersten Judo-Club. Wichtigeste Übungsgruppe beim Judo ist der freie Übungskampf (Randori). Nach der Fallschule werden Wurftechniken und Griff- und Bodentechniken gelehrt. Es gibt auch Formen, bei denen jeweils zwei Partner Techniken nach einem festgelegten Bewegungsschema demonstrieren.

Ju Jutsu

Ju-Jutsu wurde als Selbstverteidigungs-System 1969 in Deutschland zusammengestellt. Es basiert hauptsälich auf Judo-, Karate-, Aikido- und Boxtechniken und kombiniert diese zu einer "neuen" Verteidigungskunst. Im Training werden technische Fertigkeiten ebenso vermittelt, wie Schnelligkeit und Reaktionsvermögen. Wichtig ist der Grundsatz der Verhältnismäßgkeit der Mittel. Es werden Tritt- und Schlagtechniken, aber auch Hebel, Würfe und Ausheber angewendet. 1987 fand die erste deutsche Meisterschaft statt.

K

Karate

Das japanische Wort Karate besteht aus den Begriffen "kara" = leer und "te" = Hand. Karate bedeutet, genau gezielte Schläge, Stöße und Tritte gegen empfindliche Körperstellen anzubringen bzw. solche Treffer durch Blicktechniken oder Ausweichen zu vermeiden. Karate ist ein hervorragendes Training für den ganzen Körper und fördert Gelenkigkeit, Distanzgefühl, Reaktion und Selbstdisziplin. Karate kann Wettkampf und sollte immer Erziehungsmittel sein und nicht nur den Körper formen. Das oberste Ziel ist nicht der Sieg gegen einen Gegner, sondern der Sieg gegen sich selbst zur Vervollkommnung seines Charakters. Im Training werden Techniken gegen imaginäre Gegner geü, die auch in einer festgelegten Bewegungsreihenfolge (Kata) zur Anwendung kommen. Diese Techniken werden auch in vorher abgesprochenen Formen mit Partner gelernt. Ebenso gibt es den Freikampf (Kumite), bei dem die Karatekas das Gelernte im direkten Kampf gegeneinander anwenden können. Dabei kommt es nur zu einem leichten Kontakt, bzw. die Technik wird vor dem Ziel gestoppt. Ein weiteres Kennzeichen des Karate ist der Bruchtest und das Erlernen von Techniken fü die Selbstverteidigung. Die bekanntesten Stilrichtungen sind Shotokan Karate (von Funakoshi Gichin gegründet);, Wadp-Ryo (Hironori Ohtsuka) und Goju-ryo (Chojun Miyagi).

Ken-Jitsu

( Ken = Schwert und Jitsu = Kunst ) die Schwertkunst des feudalen Japan hat eine jahrhundertelange Entwicklung durchlaufen.

Ken-Jitsu war ursprünglich auf die Tötung des Gegners ausgerichtet. Das Gendai-Ryu Ken-Jitsu ist ein schematisiertes Schwertkampf-Programm welches aus traditionellen, japanischen Schwertkunsttechniken besteht und nach einen einheitlichen Ausbildungssystem gelehrt wird ( Gendai = Modern, Ryu = Schule). Es stellt somit eine vielseitige Schwertkunst dar, welche neben einer technischen Vollendung auch geistige und charakterliche Werte verkörpert. Im Ken-Jitsu werden zu Übungszwecken Schlagübungen ohne Partner durchgeführt. Dabei wird besonders viel Wert wird auf eine präzise Haltung und der korrekten Distanz zum Gegner gelegt. Das ständige Trainieren zur Perfektion der Technik formt Körper und Geist. Die Partnerübungen erfordern ein hohes Maß an Selbstbeherrschung, Aufmerksamkeit und Reaktion bei Angriff und Verteidigung. Es ist daher ein ausgezeichnetes Konzentrationstraining. Das ,,geistige Auge" des Schwertkämpfer ermöglicht das blitzschnelle Erkennen von Angriffschancen und eine perfekte Reaktion. Im Ken-Jitsu wird mit dem ,,Shinai" trainiert, das Shinai ist ein Vollkontakt-Übungsschwert welches auch im Kendo verwendet wird.Ein wesentlichen Teil des Ken-Jitsu stellen die Iai-Jitsu Techniken dar. Im groben könnte man sagen Ken-Jitsu befaßt sich mit den Kampftechniken wobei die Ausgangsstellung das bereits gezogene Schwert ist und beim Iai-Jitsu das Schwert noch in der Scheide steckt.

Kendo

Nach der jahrhundertelangen Entwicklung der Schwertkampftechnik in Japan, die ursprünglich auf die Tötung des Gegners ausgerichtet war, entstand Kendo, der "Weg des Schwertes". Dieser schnelle und bewegliche Sport mir geringer Verletzungsgefahr, verkörpert neben einer technischen Volendung der Fechttechnik, geistige und charakterliche Werte. Es wird mit einer Schutzausrüstung gekämpft. Mit dem Shinai (Bambusschwert) versucht man, den Gegner zu treffen. Am Beginn der Kendoausbildung stehen Bewegungsschule und Grundtechniken.

Kempo Jiu-Jitsu

Die Kampfkunst Kempo Jiu-Jitsu basiert auf dem Katsukuma Ryu Kempo Karate Jiu-Jitsu. Diese alte japanische Form der Kriegskunst stellt natürlich nicht den Ursprung aller Kampfkünste da, definiert jedoch am ehesten die heutigen Bestandteile d der überwiegend waffenlosen Kampfkunst. Higashi KatsukumaHigashi Katsukuma, der Gründer des Katsukuma Ryu Kempo Karate Jiu-Jitsu praktizierte und lehrte seine Stilrichtung (Ryu) nicht nur auf Okinawa, sonder auch in Europa sowie in Amerika. Einer der bedeutendsten Lehrer Katsukumas war Jigoro Kano, der Gründer der Kampfkunst Judo. Durch den Seefahrer Johannes Meurer, der wegen eines Schiffbruchs der „Seeadler Graf Luckner“ auf Okinawa landete, gelangte das Katsukuma Ryu Kempo Karate Jiu-Jitsu nach Deutschland. Johannes Meurer war von den Demonstrationen des kleinen, schmächtigen Higashi Katsukuma so begeistert, dass er diesen nach einer Reihe von Gesuchen dazu brachte, ihm in die Kunst seines Selbstverteidigungssystems einzuweihen. Nach der Rückkehr Johannes Meurers nach Olpe, Deutschland, unterrichtete er seine Tochter Waltraut, seinen Schwiegersohn Hubert Stumpf sowie seinen Enkel D. Benedetto Stumpf in der alten japanischen Kriegskunst Katsukuma Ryu Kempo Karate Jiu-Jitsu. 1960 verstarb Johannes Meurer im Alter von 61 Jahren. Noch vor seinem Tod vereinfachte er jedoch gemeinsam mit Hubert und D. Benedetto Stumpf die Bezeichnung der Kriegskunst Katsukuma Ryu Kempo Karate Jiu-Jitsu und gründete die Kampfkunst Senkido, der Weg der geistigen Initiative. Nach dem Ableben von Johannes Meurer bildeten Hubert und D. Benedetto Stumpf eine Vielzahl an Kampfkünstlern im Senkido zu Meistern und mittlerweile Großmeistern aus. Zusammen mit einigen seiner Wegbegleiter integrierte Großmeister Stumpf wieder über die Jahre verloren gegangene Techniken des Katsukuma Ryu Kempo Karate Jiu-Jitsu in die Kampfkunst Senkido und bereicherte diese gleichzeitig um effektive Techniken des Hapkido, Tangsoodo, Karate, Aikido sowie Judo.

Diese Symbiose fassten einige Großmeister unterschiedlicher Stilrichtungen und Verbände unter dem Selbstverteidigungssystem Kempo Karate Jiu-Jitsu sowie Kempo Jiu-Jitsu zusammen.
Diese beiden Stilrichtungen unterscheiden sich schwerpunktmäßig in der Gewichtung der Katas sowie der Shotokan Karate Techniken innerhalb ihrer Bestandteile. Das Charakteristikum des Kempo (Karate) Jiu-Jitsu ist die Toleranz gegenüber anderen Kampfkünsten sowie die Offenheit gegenüber der Moderne. Die Offenheit gegenüber der Moderne heißt jedoch nicht, dass im Kempo (Karate) Jiu-Jitsu der traditionellen Trainingsmethoden sowie Werte wie Loyalität, Respekt, Höflichkeit, Aufrichtigkeit, Mut etc. gänzlich entsagt werden, vielmehr wird Tradition durch Erkenntnisse und Anforderungen der heutigen Zeit ergänzt! Eng verbunden hiermit erlaubt die Toleranz der Kampfkunst Kempo (Karate) Jiu-Jitsu seinen Meistern und Lehrern die Integration effektiver Techniken aus anderen Stilrichtungen. Hierbei dürfen jedoch nie die ursprünglichen Techniken des Senkido respektive des Katsukuma Ryu Kempo Karate Jiu-Jitsu aus dem Kempo (Karate) Jiu-Jitsu gänzlich verschwinden, da sonst sein Fundament verloren gehen würde.

Kickboxen

Kickboxen ist ein junger Sport, der Anfang der 70er Jahre in den USA entstand. Vom Karate übernahm man die Fußtechniken, vom Boxsport die Fausttechniken. Heute gibt es drei verschiedene Wettkampfarten: Semikontakt (Treffer werden kontrolliert mit leichtem Kontakt angewendet; Kampf wird nach einem Treffer gestoppt und geht erst weiter, wenn die Kämpfer in der Ausgangsstellung stehen), Leichtkontakt (leichte Treffer, Kampf geht aber nach einem Treffer weiter) und Vollkontakt (wie Leichtkontakt, aber mit vollem Kontakt).

Kobudo

Die Heimat des Kobudo ist Okinawa. Als die Insel um 1600 von den Japanern besetzt wurde, verboten die Besatzer das Waffentragen, pro Dorf war nur noch ein Messer erlaubt. Die Einwohner von Okinawa benutzten die Gegenstände des täglichen Lebens im Kampf gegen die bewaffneten Krieger. Die Bauern benutzten ihre Ackergeräte als Verteidigungswaffen, die sie mit karateähnlichen Bewegungen erfolgreich handhabten. Zur Schwertabwehr und zum Abbrechen der Klinge benutzte man die Gabel Sai. Der Griff zum Drehen des Mühlrades Tonfa wurde als Schwertschutz für den Unterarm genommen und die Sichel zum Reisschneiden Kama kam zum Einsatz. Am bekanntesten ist die Dreschflegel Nunchaku. Aus der Tradition der buddhistischen Mönche übernahm man das Kombo, die Kunst, sich mit einem Stock (Bo, Hanbo) zu verteidigen. Die Positionen beim Kobudo entsprechen in etwa denen des Karate, wobei der Unterschied in der Hinzunahme der Waffe besteht.

Kokkar Kempo

ist ein (wie bereits richtig vermutet) Selbstverteidigungssystem für operative Kräfte. In den USA wird dies bei verschiedenen Bundesinstitutionen (FBI) und Sondereinsatzkommandos der Polizei unterrichtet. Das Prinzip des Kokkar stützt sich dabei auf die schnelle Immobilisierung des Aggressors durch ´sweeping hands´ (fegende Blocktechniken mit der offenen Hand) und den Angriff von Vitalpunkten an Hals und Kopf durch Schläge mit der Faust und der offenen Hand. Tritttechniken werden meist zu den Knien oder den Genitalien ausgeführt um möglichst effektiv und ohne Zeit- und (möglichen) Gleichgewichtsverlust (durch hohe Tritte) zu reagieren. Die Schritttechnik im Kokkar ist zudem sehr ökonomisch, d.h. das ein Vorgehen immer in der gegebenen Auslage und mit sog. "Shuffle-Steps" wie im Jeet Kune Do oder Boxen ausgeführt wird.

Krav Maga

Krav Maga bedeutet auf Hebräisch „Nahkampf“ bzw. „Kontaktkampf“ und ist das Selbstverteidigungssystem der israelischen Streitkräfte (IDF), Polizei und Sicherheitsdienste. Die Basis des Systems bilden natürliche, bei jedem bereits vorhandene Reflexe. Krav Maga ist ein einfaches, wirkungsvolles Selbstverteidigungssystem, das auf instinktive Bewegungen (Reflexe), praktische Techniken und wirklichkeitsnahe Trainingsszenarien setzt. Es ist reine Selbstverteidigung und keine Kampfkunst oder Kampfsport. Das System beruht auf der natürlichen "Kampf-oder-Flucht" Reaktion, die Idee ist, schnell und aggressiv zu handeln, um sich von einem oder mehreren Angreifern zu befreien. Krav Maga in seiner Urform wurde von dem 1910 in Budapest (Ungarn) geborenen und in Preßburg/Bratislava (heute Slowakei) aufgewachsenen Imi Lichtenfeld entwickelt. Nach seiner Flucht und einer Zeit bei der britischen Armee durfte er 1942 nach Palästina einreisen. Dort unterrichtete er Nahkampf in den damals zionistischen Untergrund- organisationen Haganah und Palmach. Nach Gründung des Staates Israel (1948) wurde Lichtenfeld Nahkampf- ausbilder in der israelischen Armee (IDF). Später wie auch heute wird Krav Maga auch für Polizisten und Zivilisten adaptiert. Dazu wurden die Technik und Taktik der entsprechenden Rechtslage (Notwehr) und Verhältnismäßigkeit angepasst. Heute findet Krav Maga außer beim israelischen Militär in den Trainingskonzepten vieler internationaler Militär- und Polizeieinheiten Verwendung. Aufgrund der Effizienz dieser kompromisslosen Selbstverteidigungsmethode wird Krav Maga sowohl in den USA als auch in Europa in zunehmendem Maße auch an zivilen Ausbildungsstätten unterrichtet.

Kung Fu

Kungfu beinhaltet nicht nur Kampfkunst und Körperertüchtigung, sondern auch philosophische und medizinische Aspekte. In China sagt man nicht "Kungfu" (harte Arbeit), sondern "Wushu" (Kriegskunst). Kungfu ist mehr als 4000 Jahre alt. Am Anfang war es nur eine einfache, nicht festgelegte Form des Kampfes, die im Laufe der Jahrhunderte immer weiter perfektioniert wurde. Besonders die Mönche des berühmten Shaolin-Klosters haben viele Techniken und Formen entwickelt. Viele Techniken und Stile sind den Bewegungen von Tieren nachempfunden (Kranich, Tiger, Leopard, Adler, Affe, Drache u.a.). Es gibt sehr viele Stilrichtungen im Kungfu, wie z. B. den Kranich-Stil, den Nord- und Süd-Shaolin-Stil, den Affen-Stil, den Choy-Lay-Fut-Stil, den Tai-Chi-Stil und viele andere. Diese Stile kann man in Vertreter der inneren und äßeren Kampfkünste unterschieden werden. Moderne Kungfu-Stile sind das Wing-Chun und das von Bruce Lee entwickelte und gelehrte Jeed-Kune-Do.

L
Luta Livre

Luta Livre (port. Luta = Kampf und livre = frei) ist eine brasilianische Kampfsportart. Sie wird wie Judo, Ringen, Sambo und Brazilian Jiu-Jitsu zu den Grappling-Disziplinen gezählt, die sich durch ihre Erfolge im Rahmen der Mixed Martial Arts-Wettkämpfe in jüngerer Vergangenheit einer gesteigerten Beliebtheit erfreuen. Wörtlich übersetzt bedeutet Luta Livre "freier Kampf", ist aber eigentlich ein feststehender Begriff für Wrestling, was auf seine Wurzeln im amerikanischen Catch Wrestling zurückzuführen ist.# Als Begründer des Luta Livre gilt Euclydes "Tatu" Hatem, welcher Ende der 1920er Jahre begann, in Rio de Janeiro seine Variante des Catch Wrestling zu unterrichten. Mit ihrem auf Bodenkampf und Aufgabegriffen fokussierten Kampfstil feierten Tatu und seine Schüler große Erfolge in Vale Tudo-Wettkämpfen. Dort entwickelte sich schnell eine intensive Rivalität zum Brazilian Jiu-Jitsu, das auf ähnlichen Prinzipien basierte, jedoch vor allem von Angehörigen der Oberschicht betrieben wurde, welche Luta Livre als Kampfsport der Unterschicht ansahen. Seit den 1990er Jahren nahm die einst erbitterte Feindschaft durch die Internationalisierung des BJJ jedoch deutlich ab. 1995 wurde Luta Livre durch Daniel D'Dane nach Deutschland gebracht, wo es insbesondere in Nordrhein-Westfalen bis heute große Verbreitung findet. Im Gegensatz zum BJJ wird im Luta Livre ohne Keikogi trainiert und ein starker Fokus auf Beinhebel (Leglocks) gelegt.

M

Muay Thai

Thaiboxen (Muay Thai) erfreut sich heute in Thailand, vor allem als Profisport, großer Beliebtheit. Es entwickelte sich vermutlich aus chinesischen Kampfkünsten, verbreitete sich in ganz Thailand und wurde Nationalsport. Thaiboxen ist ein harter und realistischer Kampfsport, der im Vollkontakt ausgetragen wird. Besonders charakteristisch sind Treffer mit dem Knie (auch aus dem Sprung) und mit dem Ellenbogen.

N


Ninjutsu

Im japanischen Mittelalter entstand die Kunst des Ninjutsu. Die Ninja, auch als Schattenkrieger bezeichnet, führten Attentate und Sonderaufgaben aus, dienten als Kundschafter und Spione und behaupteten sich in unwegsamen Gebieten. Die einzelnen Ninja-Clans entwickelten verschiedene Selbstverteidigungspraktiken, die von Kindheit an trainiert und innerhalb der Familie weitergegeben wurden. Die Ninja benutzten bestimmte Überlebensstrategien, galten als Meister der Tarnung und waren wegen ihrer speziellen Kampfkünste gefürchtet. Sie kämpften mit Speer, Kette und Sichel, verwendeten Wurfgeschosse (Shuriken), Sprengmittel und andere Waffen. Sie waren aber auch geübt in den waffenlosen Kampftechniken. Seit einigen Jahren ist Ninjutsu auch in Europa bekannt geworden.

O

P

Pencak Silat

Pencak Silat ist ein indonesiches und malayisches Kampfsystem und bedeutet übersetzt kunstvolles Kämpfen. Es wird in Indonesien und Malaysia in der Schule unterrichtet und von der Polizei betrieben. Das malayische Silat unterscheidet sich teilweisische vom indonesischen. Die Bewegungen werden zuerst langsam und genau und danach schnell geübt. Das traditionelle Pencak Silat hat tänzerischen Charakter. Die Angriffe werden elegant durch Ausweichen und Ableiten der Kraft des Gegners abgewehrt. Typisch ist der Wechsel zwischen hohen und tiefen Stellungen. Es werden Schlagtechniken, Fußtritte, Blöcke, Würfe, Griffe, Hebel und auch Waffentechniken trainiert. Anspannung und Entspannung wechseln einander ab, auf fließende Bewegungen wird Wert gelegt. Wie bei anderen Kampfünsten gibt es beim Silat verschiedene Stilrichtungen. Beim Wettkampf werden Schutzwesten getragen.

Q

R

Ringen

Ringen ist eine der ältesten Sportarten der Welt. In mehr als 4000 Jahre alten ägyptischen Königsgräbern wurden alte Wandzeichnungen entdeckt, auf denen Ringkämpfe abgebildet waren. Schon vor unserer Zeitrechnung war Ringen eine Disziplin bei den olympischen Spielen in Griechenland. In Mitteleuropa entwickelte sich das Ringen im Mittelalter zu einer volkstülichen Kunst. Der heutige Ringkampfstil hat seinen Ursprung in England und verbreitete sich von dort um die Welt. Die Meisterschaften werden heute im griechisch-römischen und freien Stil ausgetragen. Besonders Kraft und Ausdauer sind neben der richtigen Technik beim Ringen sehr wichtig.

S

Sambo

Es gibt eine Vielzahl an Ringkampfarten bei den Völkern der ehemaligen UdSSR. Dabei unterscheiden sich zwar die Kampfregeln, aber beinahe überall wird mit Jacke und Gürtel gekämpft. Der russische Professor Oschenkol bereiste die gesamte UdSSR und auch Japan, Korea und China. 1917 entwickelte er eine Kampfsport-Kombination aus verschiedenen nationalen und asiatischen Sportarten. Seit 1946 nennt man diesen Kampfsport Sambo. Sambo ist ein unbewaffnetes Wettkampf- und Selbstverteidigungssystem.

Sumo

Das japanische Sumo ist eine alte, traditionsreiche Kampfsportart, die auf einfachen, althergebrachten Regeln beruht. Zwei Männer kämpfen innerhalb eines Kreises und versuchen, sich durch Stoßen, Schieben, Heben oder Werfen, aus dme Ring zu bringen. Verloren hat, wer zuerst den Kreis verlässt oder inerhalb der Kampffläche den BOden mit einem anderen Körperteil als den Fußsohlen berührt. Sumo (sich wehren) ist symbolträchtig und stellt den Kampf der Naturgewalten dar. Die Sumotori haben im Durchschnitt 150kg Gewicht. Sie sind sehr kräftig, dabei erstaunlich gelenkig und schnell. Ihr Speiseplan ist sehr kalorienhaltig, enthält aber auch viel Eiweiß und Gemüse.

T

Taekwondo

Taekwondo entstand in seiner modernen Formum 1955 durch Zusammenschluss der größten koreanischen Kampfsportschulen. "Tae" bezeichnet die Fußtechniken, "Kwon" meint die Handtechniken und "Do" bedeutet soviel wie Weg. Taekwondo ist ein umfassendes körperliches und geistiges Training, das auch die Selbstvertedigung "Hosinsul" umfasst, die im Ernstfall besonders wirksam ist. Wie im Karate werden die Techniken gegen einen imaginären Gegner oder nach Absprache mit dem Partner geübt, und es werden auch Bruchtests ausgeführt. Die Haupt-Wettkampfdisziplinen sind Formen (Hyong, Poomse) und der Freikampf, der im Gegensatz zum Karate mit vollem Kontakt und Schutzausrüstung ausgeführt wird. Taekwondo ist heute Unterrichtsfach an koreanischen Schulen. Bei der Olympiade 2000 in Sydney wird Taekwondo "olympisch".

U

V

Viet Vo Dao

Viet Vo Dao ist eine vietnamesiche Kampfkunst und entstand aus alten Geheimkünsten buddhistischer Mönche. Die traditionellen Kampfpraktiken des Landes wurden im Jahre 1938 zu einem einheitlichen System zusammengefasst. Viet steht für Vietnam, Vo bedeutet Kampfkunst und Dao bezeichnet den Weg und die Lehre. Das System wird als Sport und zur Selbstverteidigung betrieben. Es werden Fußtritte, Fauststöße, Würfe, Hebel und Waffentechniken gelehrt.

W

Win Tzun

Die Kampfkunst Wing Tzun wurde vor mehr als 250 Jahren in China von der Nonne Ng Mui und der schönen Yim Wing Tzun entwickelt, die dieser Kampfkunst ihren Namen gab.
Dank ihrer hoch entwickelten Kampfkunsttechniken konnten diese zwei Frauen Kämpfe gegen die stärksten Männer ihrer Zeit gewinnen. Seit dieser Zeit wurde WING TZUN nur an Familienmitglieder und enge Vertraute weitergegeben. Der Großmeister Yip Man, welcher 1972 starb, war der letzte Wing Tzun Lehrer, der ausschließlich chinesische Studenten unterrichtete. Heute gibt es Tausende von Mitgliedern weltweit (in mehr als 56 Ländern), die dieses Kampfkunstsystem lernen, das durch Leung Ting, Yip Man's letzten Meisterschüler (Closed-Door-Student) weiterentwickelt wurde. Der erste europäische Ausbilder, Dai-Sifu K.R. Kernspecht brachte vor 20 Jahren das Wing Tzun System nach Europa und hat seitdem mehrere Generationen hoch qualifizierter Kampfkunstausbilder in Europa unterrichtet. WING TZUN ist so konzipiert, dass man einen Kampf effektiv mit wenigen Bewegungen führen kann. Die beste Selbstverteidigung ist diejenige, die die meisten Angriffe mit der geringsten Anzahl von Bewegungen abwehren kann!

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Geschichte der Samurai