TRADITIONELLE WAFFEN IM JIU JITSU

Der Stock ist wohl die bekannteste Waffe im Bereich der asiatischen Kampfkünste, und die älteste Waffe der Menschheit.

Neben dem Einsatz im Kobudo und Jiu-Jitsu findet man den Stockkampf überwiegend auf den Philippinen (Arnis) und unter den verschiedenen Kung Fu Stilen in China. Die Techniken mit dem Bo, Jo, oder Hanbo (egal welcher Länge) sind vergleichbar mit den Schwert- Lanzentechniken und Messertechniken.

Stockwaffen haben in den unterschiedlichen asiatischen Stilen eine Länge von 30 - 180 cm. Bauern und Fischer die sich keine Schwerter leisten konnten oder keine besitzen durften, wehrten sich damals mit Waffen die aus Gegenständen des alltäglichen Lebens entwickelt wurden.

Auf den Philippinen wo das Arnis, Escrima und Kali entstand, haben spanische Besatzer viele Schlachten gegen die mit nur Stöcken bewaffneten Einheimischen verloren.

Der Bo (Langstock) und Hanbo (Kurzstock oder halber Stock) ist die universellste Waffe, da es weder eine scharfe Schneide oder scharfe Spitze gibt. Dennoch ist ein Stock eine Waffe mit hoher Effektivität. Man sollte meinen, das dass Kämpfen mit einem Stock heutzutage nicht mehr zeitgemäß ist.

Wer das denkt liegt falsch.

Ein Stock kann im SV Bereich auch durch ein Regenschirm oder eine Fahrradluftpumpe ersetzt werden.

Der Vorteil dieser Waffe liegt spätestens dann klar auf der Hand wenn der Gegner körperlich überlegen oder bewaffnet ist. Hanbo (Halbstock) und Kubaton stellen in der Selbstverteidigung die wichtigsten Waffen dar.

Stockwaffen:

Bo mit einer Länge von ca. 180 cm

Jo mit einer Länge von ca. 130 cm

Hanbo mit einer Länge von ca. 90 cm

oder Kurzstock zwischen 60 und 70 cm (überwiegend in den phil. Kampfkünsten Escrima, Arnis, Kali)


Der Bo

Der Bo (jap., dt. Stock), auch Langstock, ist eine Waffe aus Okinawa, Japan, die beispielsweise im Kobudo (jap., in etwa "alte Kriegskunst") bezeichnet die Kampfkunst mit den auf Okinawa entwickelten Waffentechniken) aber auch in bestimmten Karate-Stilen eingesetzt wird. Die Kampftechnik mit dem Bo wird als Bojutsu bezeichnet.

In vietnamesischen Kampfkünsten wird die Bezeichnung „Con“ verwendet. Im chinesischen Wushu findet eine Variante mit dem Namen „Gun“ Anwendung. Dieser ist jedoch an einem Ende dünner als am anderen Ende.

Der Bo wurde erstmals von den Shaolin-Mönchen eingesetzt, durch die er dann auch nach Japan gelangte. Den Mönchen war es damals von der Regierung verboten Waffen zu tragen. Da sie auf ihren Reisen jedoch oft überfallen wurden, mussten sie eine unauffällige Waffe entwickeln und meistern, die unscheinbar und dennoch wirkungsvoll ist. Sie trugen auf ihren Reisen fortan also den Bō als Wanderstab, der sich in Kampfsituationen sofort als Waffe verwenden ließ. Noch heute beherrschen die Shaolin die Stabkunst mit großem Können.

Aussehen

Er ist ein ca 183 cm langer und ca. 2,5 - 3 cm durchmessender Stock aus Hartholz (meist rote oder weiße Eiche, seltener heute aber auch Kunststoff oder Metall). Manche Bo sind zu den Außen-bereichen hin verjüngt, um eine bessere Handhabung zu gewährleisten. Das beste Material, dass man für die Bo verwenden kann ist Rattan, es ist flexibel, günstig und leicht. Es ähnelt dem bekannteren Bambus, ist aber nicht hohl. Aufgrund der Biegsamkeit lässt sich der Stab kaum ohne technische Hilfsmittel oder Hebelwirkung zerstören.

Techniken und Kampf

Wer den Kampf mit dem Bo erlernt, beginnt mit simplen Grundübungen, die in der Luft trainiert werden. Das Erlernen der Techniken ist ein langer und schwieriger Prozess. Man muss die Technik zunächst verstehen und dann eine lange Zeit üben, um sie flexibel, schnell und kraftvoll einsetzen zu können. Ehe ein Kämpfer genug Handfertigkeit besitzt vergehen oft viele Jahre. Eine elementare Technik des Bō sind Wirbel, die man durch schnelles Umgreifen erreichen kann. Man versetzt den Bō in Rotation und nutzt diese Energie um den Gegner mit dem Ende des Bō an Kopf, Nacken, Arm, Hand, Hüfte, Knie oder Bein zu treffen. Schwingt der Stab mit Höchstgeschwindigkeit, kann er bis zu 90km/h schnell werden. Bei richtiger Handhabung können dem Gegner so lebensgefährliche Verletzungen zugefügt werden. Darüber hinaus lassen sich Hebeltechniken und Stiche mit dem Stab ausführen.

Als Fortgeschrittener beginnt man zunächst damit, lockere und zunächst sehr langsame Kämpfe mit einem Partner zu absolvieren. Es ist auch sehr hilfreich, selbstkreierte Showkämpfe zu entwickeln, um bestimmte Abläufe und Kampfsituationen reflexartig einzustudieren.

Die Vollendung einer Etappe in der Kunst des Bo schließt man, so man denn in einem Verband organisiert ist, mit einer Kata oder Bai-Quyen ab, welche sich auch zur wirkungsvollen Showvorführung eignet.

Im Kampf, d.h. in der Schlacht, wurde der Bo früher von einfachen Soldaten verwendet, da er verhältnismäßig billig herzustellen ist. Erfahrene Kämpfer konnten innerhalb kürzester Zeit mehrere Gegner auf über 2m Distanz ausschalten. Die große Reichweite bringt vor allem Vorteile gegenüber Nahkampfwaffen wie Schwertern und anderen Schlagwaffen.

Varianten

Neben dem üblichen „6-Fuß-Bō“ (182 cm) gibt es auch Varianten von ca. 150 cm („5-Fuß-Bō“) und 210 cm („7-Fuß-Bō“) Länge. Der Bo kann außerdem verschiedene Formen im Querschnitt aufweisen: Es existieren runde (Maru-bo) im Querschnitt quadratische (Kaku-bo), sechskantige (Rokkaku-bo) und achtkantige (Hakkaku-bō) Formen der Waffe. Eine weitere Variante ist der aus Bambus gefertigte Bo (Take-bo).




Der Bo im größenvergleich mit dem Menschen





Der Jo (Länge von ca. 130 cm)

Die Waffe der Unterprivilegierten

Die Wurzeln
Im kriegerischen Japan war der Jo die einzige legale und erschwingliche Waffe für die Unterprivilegierten um sich vor den Repräsionen der Samurais zu schützen. Es wurde von Bergmönchen entwickelt und die Techniken hatten damals schon spirituellen Charakter. Als " Urvater" des Jos gilt Muso Gonnosuke Katsukichi. Vor allem der Umstand, dass das Jo relativ leicht und preiswert zu beschaffen war, machte ihn für das einfache Volk sehr sehr nützlich. Im Laufe der Zeit wurden auch die Samurai selbst auf diese Waffe aufmerksam und bezogen sie aufgrund der Variantenvielfalt als Zusatzwaffe in Ihre Ausbildung mitein. Trotz aller politischen und gesellschaftlichen Veränderungen behielt der Jo weit reichend seine Form und hat kaum Veränderungen durchgemacht.
Grossen Einfluss auf den Jo hatte "O Sensei Morihei Ueshiba" (Gründer des Aikido), der in der Zeit von Iwama unter anderem mit dem Jo experimentierte, welches er ausschließlich am Morgen übte. Aus seiner Jugend war Morihei vertraut mit dem Speer und der Naginata, und so floss sein Wissen und sein Können ein in die Bewegungen des Aiki Jo. Wie das Aiki ken ist das Aiki Jo eine elektische Kunst, die nicht einer bestimmten Stilrichtung angehört. Im Prinzip geht es beim Aiki Jo um die Vermittlung der Prinzipien des Aikido und nicht irgendeinen Stil, Tradition oder Richtung zu bewahren. Das Prinzip des verlängerten Arms ( Jo ) wird dadurch äußerst transparent. So wird dem Schüler auch gezeigt, dass das Jo nicht als von ihm getrennten Gegenstand zu betrachten, sondern als Verlängerung seines Körpers und der Arme. Mit dem Jo können sämtliche Bereiche des Aikido plausibel erklärt werden. So war es ein Grundsatz von Meister Ueshiba, dass jene, die beim Tai Jitsu (mit der leeren Hand) Probleme haben, sich mit dem Bokken und dem Jo vermehrt auseinandersetzen sollen.

Der Jo

Schult das Auge für das Erkennen schneller Angriffsbewegungen

entwickelt ein natürliches Distanzgefühl

kräftigt Schultern und Armmuskulatur

schult die natürliche hanmi Position (Grundstellung)

kräftigt und stabilisiert die Hüfte

ermöglicht dadurch schnelle Körperdrehungen in alle 8 Richtungen bei stabilem Gleichgewicht


Technisches

Das Jo ist ungefähr 125 cm lang sollte und bis zum Solar-Plexus reichen. Er sollte aber nicht länger als 153 cm sein, da er sonst in die Bo Klasse gehören würde. Diese Maße sind aber lediglich Richtmaße. Als Holz dient vor allem rote und weiße Eiche, da sie am stabilsten sind.





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